Konditionstraining im Sportunterricht muss nicht langweilig sein! Viele Schülerinnen und Schüler denken bei “Ausdauer” sofort an monotones Laufen um den Sportplatz. Doch es geht auch anders: Mit spielerischen Ansätzen machst du Konditionstraining zu einem Highlight deiner Sportstunden.
Warum Konditionstraining wichtig ist
Eine gute Grundkondition ist das Fundament für alle sportlichen Aktivitäten. Schüler mit einer besseren Ausdauer können:
- Länger konzentriert am Sportunterricht teilnehmen
- Komplexe Bewegungsabläufe besser ausführen
- Weniger ermüden bei intensiven Spielphasen
- Ihre Leistung in allen Sportarten verbessern
Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn Outdoor-Aktivitäten begrenzt sind, bietet sich Konditionstraining in der Halle perfekt an.
5 spielerische Konditionsübungen für die Halle
1. Die Zahlen-Jagd
Verteile Zahlen von 1-20 in der Halle. Die Schüler laufen zu den Zahlen in aufsteigender Reihenfolge. Variationen: Rückwärts laufen, hüpfen oder seitlich bewegen. Diese Übung verbessert nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Konzentration.
2. Farbenlaufen mit Musik
Lege verschiedenfarbige Kegel oder Markierungen aus. Bei roter Musik laufen alle zu roten Markierungen, bei blauer Musik zu blauen. Der Tempowechsel durch verschiedene Musikgeschwindigkeiten macht diese Übung besonders effektiv.
3. Partner-Schatten-Lauf
Ein Schüler läuft voraus, der andere folgt wie ein Schatten. Nach 2 Minuten wird getauscht. Diese Übung fördert die aerobe Ausdauer und das Reaktionsvermögen gleichzeitig.
4. Circuit-Training mit Stationen
Baue 6-8 Stationen auf: Hampelmänner, Kniebeugen, Liegestütze, Seilspringen, Bergsteiger. Jede Station 45 Sekunden, 15 Sekunden Pause. Nach 2 Durchgängen haben alle ordentlich geschwitzt!
5. Brennball-Varianten
Klassisches Brennball ist bereits perfektes Konditionstraining. Variiere mit: Rückwärts-Brennball, Hüpf-Brennball oder Brennball mit Zusatzaufgaben an den Malen.
Differenzierung: Für jeden das richtige Tempo
Nicht alle Schüler haben dieselbe Kondition. So differenzierst du geschickt:
- Anfänger: Kürzere Belastungszeiten (30 Sek), längere Pausen (30 Sek)
- Fortgeschrittene: Standard-Belastung (45 Sek), kurze Pausen (15 Sek)
- Profis: Längere Belastung (60 Sek), minimale Pausen (10 Sek)
Nutze verschiedene Schwierigkeitsstufen bei derselben Übung. Beim Bergsteiger können Anfänger langsam arbeiten, während Fortgeschrittene das Tempo erhöhen.
Die richtige Herzfrequenz finden
Erkläre deinen Schülern den Puls-Check: Finger an den Hals, 15 Sekunden zählen, mit 4 multiplizieren. Optimal für Konditionstraining sind 130-160 Schläge pro Minute je nach Alter.
Ein einfacher Test: Die Schüler sollten sich während der Übung noch unterhalten können, aber leicht außer Atem sein. Zu intensiv ist es, wenn keine Unterhaltung mehr möglich ist.
Motivation durch Gamification
Verwandle Konditionstraining in ein Spiel:
- Fitness-Bingo: Jede absolvierte Übung wird abgehakt
- Team-Challenge: Klassen treten gegeneinander an
- Persönliche Bestzeiten: Jeder Schüler verbessert seine eigenen Werte
- Fitness-Abzeichen: Bronze, Silber, Gold für verschiedene Leistungsstufen
Häufige Fehler vermeiden
Zu hart einsteigen: Beginne mit moderate Intensität und steigere langsam. Überforderung demotiviert.
Monotonie: Wechsle regelmäßig die Übungen ab. Auch das beste Training wird langweilig, wenn es immer gleich ist.
Keine Progression: Steigere die Anforderungen schrittweise. Nach 4-6 Wochen sollten die Übungen anspruchsvoller werden.
Konditionstraining das ganze Jahr
Plane Konditionsphasen gezielt in deinen Jahresablauf:
- September-Oktober: Grundlagenausdauer nach den Ferien aufbauen
- Januar-Februar: Intensive Phase nach Weihnachtspause
- April-Mai: Vorbereitung auf Bundesjugendspiele und Sportfeste
Fazit: Kondition mit Spaß
Konditionstraining muss nicht das gefürchtete “Laufen bis zum Umfallen” sein. Mit kreativen Spielformen, richtiger Differenzierung und einer Portion Spaß wird aus der verhassten Ausdauerstunde ein beliebter Baustein deines Sportunterrichts.
Deine Schüler werden nicht nur fitter, sondern entwickeln auch eine positive Einstellung zu körperlicher Anstrengung – eine Fähigkeit, die weit über den Sportunterricht hinausgeht.

